27. April 2014

Eine Veränderung


Die intime Atmosphäre der Alten Schmiede in Wien suggeriert diese andere Art der Performance: Nicht das übliche Abspielen oder Improvisieren eines Stückes, sondern die veritable Neukreation … vor und mit Publikum!

Mit den von einzelnen (allen) ZuschauerInnen improvisierten Klängen aus dem Besen-Schere-Klavier-Papier-Draht-Glocken-Zellophan-Porzellan und Sonstiges Instrument, werden im Laufe der Performance Motive destilliert, die sich in 31 Veränderungen überlagern …  

Alle Anwesenden sind Zeugen beim Werden eines Stückes. 
Grenzen aufheben … 
zwischen Entstehen und fertigem Werk, Komponist und Publikum, zeigen und tun.

Komponieren schauen – Fortschritt hören!


24. April 2014

31 Veränderungen eines vom p.t. publico vorgegebenen Motivs

Wo:       Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien
Wann:  30. April, 19h
Was:
es spielen
Bruno Liberda: Maschinist
Gustav Scholda: Assistent

29. März 2013

IN SICH(T)


Die Kirche hallt! Schubert‘s Wandererfantasie würde sich an den gefliesten Wänden der Luegerkirche selbst überholen. Dieser eigentlich unmögliche Klangraum reizt und inspiriert.

Bruno Liberda macht die Kirche inmitten des Zentralfriedhofs in Wien zum großen Klangwerkzeug: Alle – Spieler und Bespielte sitzen quasi im Bauch des Instruments:

„IN SICH(T)“

Der Schlagwerker spielt Säulen, Kirchenbänke, Marmor und Holz, die Stimme des Sprechers prallt gegen die Jugendstilornamente, Gitarren- und Bassklarinettentöne vereinen sich in der Kuppel und strahlen regenschirmförmig über die Zuhörerinnen.


20. April 2013, 16.00 - 18.00 Uhr Luegerkirche, Zentralfriedhof Wien. Eintritt: 15 / 5 Euro 
URAUFFÜHRUNG

Die Kirche knallt, flüstert, schreit und singt.



13. März 2013

auf die Probe stellen …

eben zurück von der ersten Probe zu "IN SICH(T)". Der Kirchenraum – klingt und klingt und klingt. Die "Truppe" spielt und spielt und spielt … werden wir mit den zwei vorgesehen Stunden fürs Konzert durchkommen? Wir beginnen, die ersten Motive, Klänge, Zusammenhänge im wahrsten Sinne des Wortes in den Raum zu stellen und schon sind zwölf Minuten vorbei. Dabei hat die Baßklarinette eben erst einmal durchgeatmet, die Gitarre eine Saite gestrichen, zwei drei Wörter sind von der Säule herab erklungen und der Perkussionist streift suchend entlang den Kirchenbänken, findet Hohlstellen im Holz, die er mit bloßen Händen zum tönen bringt …




























"Die Interpreten reagieren, werden in ihrem Vortrag vielleicht langsamer, löchriger, zögernder, aber auch agressiver, bestimmter und lassen sich auch von dichter werdenden Klängen in unvorhergesehene Pausen drängen. Das wieder besänftigt die Aktivitäten der Klangmaschinen. 

Ein abwechselndes, ineinander verflochtenes Geben und Nehmen, das sich zur holistischen Ganzheit des Stückes fügt."

Dieser kurze Auszug aus den Spielanleitungen der Partitur setzt sich schnell in Realität um, bewahrheitet sich wie von selbst. 

Der Raum leitet uns.

9. Februar 2013

Die Beteiligten

"IN SICH(T)" besteht aus zwei Partituren, einer für Stimme(n), einer für.... "perkussive Klänge, die Aquarell sein wollen"; d.h., es gibt eine große Variationsbreite von Orchestrierung, abhängig von der Handhabung des jeweiligen Instruments, ob es sich dem Untertitel fügen mag.

Die Besetzung für die Uraufführung am 20. April 2013:

Wort-/Silben-/Buchstabentöne, Sprecher: Nikolaus Kinsky


Schwingende, fauchende, singende Luft, Bassklarinette: Petra Stump

Stromgeschüttelte Membranen in der ganzen Kirche, Tontechnik: Christina Bauer

Kirchenbänke, - boden, etc, Schlagwerk: Igor Gross

Gitarre(n), gezupfte, geschlagene, geblasene etc. Saiten: Burkhard Stangl

Metaphon: Bruno Liberda



















12. Dezember 2012

"Wir stoßen beim Umgraben auf unsere Erinnerungen"


An der Partitur zu "IN SICH(T)" wird fleissig gearbeitet: 




















Graphische Teile ergänzen den großen technischen Abschnitt, in dem festgelegt wird, wie eine 7-Kanal Installation Klangbewegungen quer durch den Kirchenraum am Zentralfriedhof spannt, über die vor-komponierte Motive im Raum erklingen, die, von der jeweiligen Aktivität abhängig, von digitalen und analogen live elektronischen Komponiersystemen weitergesponnen, abgelenkt, „umgefärbt“ werden.



11. Dezember 2012

Sprach-Raum-Klang-Spiel

Vorfreude auf April 2013:
"in sich(t)"
eine Performance / Installation in der Luegerkirche am Zentralfriedhof























Den ursprünglichen Plan, dort mein neues Stück "die verbleibende zeit" für orgel(n) plus ... aus der Taufe zu heben, habe ich nach einem Messbesuch im August schnell wieder verworfen: Eine unterdimensionierte Orgel, ein Kuppelgewölbe, das fast den ganzen Raum überdacht und glatter Stein, der die gerichteten Reflexionen gleich wieder nur einfach reflektiert, aber mit einer Hallfahne im gefühlten Minutenbereich – schlechtere akustische Voraussetzungen gibt es kaum. Während der Predigt aber, die auf Grund der beschriebenen Raumakustik verbal nicht verständlich, jedoch durch die einander überlappenden Silben und im Raum herumschwebenden Satzfetzen bei mir ein eigenes Meditations- und Zuhörmuster ausgelöst haben, bewegten sich plötzlich kontrapunktisch zu des Monsignore Stimme meine eigenen fiktiven Sprecher und Sprecherinnen, die ein einziges Motiv hatten.

Dazu kommt der Traum, dass die Kirche selbst mittels zweier Schlagwerker zum klingenden Instrument wird, quasi ein Riesenflügel, in dessen eindeutig gefärbten Korpus hineingesprochen und auf dem gleichzeitig gespielt wird!