10. Dezember 2019

Sinnfindrichkeiten

ein Werk aus der Anfangszeit (1976), für Violine solo, wird bald in Wien zu hören sein.
Solistin: Elena Denisova

Partiturausschnitt

eine besondere konstellation

weisses rauschen versus sinuston.
es gibt in der musik keinen größeren gegensatz.
wer sich in einer theoretischen abhandlung wähnt, wird sich bald im reichen klangmyzel wiederfinden,
das in dieser gegenüberstellung wuchert.

klaus filip        spielt reine sinustöne
bruno liberda   tastet an der oberfläche weissen rauschens
















donnerstag, 12. dezember, 19h30
salon reichmayr
linke wienzeile 36/5a, 1060 wien

21. Oktober 2019

Schrei nach Stille #2

Nach einer sehr aufschlussreichen, spannenden und leer(!)reichen Probenzeit, bei der die Mitglieder des Platypusensemble von so unglaublicher Eleganz in ihrer Konzentration waren, dass ich mich entschlossen habe, die Elektronik ganz zu streichen und den wunderbaren SolistInnen ganz das Wort zu überlassen.







  




Wir glauben, uns mit immer zugespitzteren und schärfer polemisierenden Mitteln Gehör verschaffen zu können. Oder zumindest die Konsumwelt, Politik, aber auch weite Teile der Kunstgemeinde glauben das. Ein unglaublicher Schwall „Weissen  Rauschens“ sich selbst in die bedeutungslose, täglich mehr verwelkenden Propaganda katapultierend. 

















Der immer manifester werdenden Beschädigung des Zu-Hörens setzt der „Schrei nach Stille“ einen radikalen Standpunkt entgegen: extreme Reduktion der Mittel Innehalten, Stille, Reflexion, Warten und Nachhören … mehr hören.




















Schrei nach Stille ist wie ein Pilzmyzel, wie eine Struktur aus unzähligen, stetig wachsenden und wieder zerstört werdenden Pilzfäden die auf feinste Berührung reagiert. die Partitur ist eher ein bizzares Tier, das sich unter den Fingern der Musikerinnen dreht und windet, als ein präzis kontrollierbarer Mechanismus einer herkömmlich geschriebenen Partitur, was immer „herkömmlich“ in unserem Kontext heissen mag.
 
















Edgar Varèse forderte schon 1916 im New Yorker Morning Telegraph die Emanzipation des Geräusches nicht als Herabsetzung der Musik zu verstehen, sondern als Sehnsucht, „unser musikalisches Alphabet zu erweitern“. Das Geräusch emanzipierte sich und wurde neben dem Klang, dem Ton und der Stille zu einem gleichberechtigten Kompositionsmaterial.


Nachdem Edgar Varèse vor fast hundert Jahren das Geräusch in den musikalischen Kanon eingeführt hat, als Sehnsucht, unser musikalisches Alphabet zu erweitern, ist hundert Jahre später, nach einer rasanten Entwicklung der elektronischen Musik, die uns im 3. Jahrtausend die komplette Rezeptur der Alchemie in der Musik zur verführerischen Verfügung stellt, die Dringlichkeit, vor allem Stille als gleichberechtigtes Kompositionsmittel einzusetzen, „unüberhörbar“.






 
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14. Oktober 2019

19. September 2019

Schrei nach Stille #1

langsam nimmt alles formen an – oder verliert eben alle …


















meine erstes zusammentreffen mit dem ensemble platybus.
unser konzert: 22. Oktober im reaktor

https://www.reaktor.art/programm/platypus-ensemble

7. Juni 2019

pianississimo

seducing the silence to resonate …
(hans-jürgen hauptmann)

diesmal mit special guest clementine gasser mit ihrem 5-saitigen violoncello!

9. April 2019

most pianississimo

... ein weiteres ereignis mit bruno liberda & radu malfatti, diesmal im "hinterzimmer" – phantastischster wein vorne!















wo:     vinifero, gumpendorferstr. 36, 1060 wien
wann: 18. april, doors: 19:30, beginn: 20h
           kein einlass danach (you know our sound, most pianississimo)