15. Februar 2012

Das ideale Instrument?

Derweil sich Michel Chion in seinem Buch "Die Kunst fixierter Klänge – oder die Musique Concrètement" auf genau diese fixiert, möchte ich ein paar seiner grundlegenden Aussagen um einen Dreh erweitern, um die Hinweise im letzten Posting noch besser zu beleuchten:
"… dass die Technik der Musique concrète (ich füge hinzu: der gesamten elektronischen Musik) nicht ihre Technologie ist. Anders gesagt, eine Reihe von selbst offenen und ständig verbesserten Apparaten genügt nicht, um eine Technik zu definieren, so wie die Technik eines Malers sich nicht auf den Katalog der von ihm verwendeten Pinsel, Pigmente und Trägermedien reduzieren lässt, sondern einer bestimmten, ihm eigenen Art und Weise, sie zu verwenden … , entspricht."












"… dass die Wahl der … zu verwendenden Apparate nicht mit akademischen Kriterien zusammenhängt und dass es keine idealen Apparate an sich gibt.  …  Dieses Trugbild eines einzigen Apparates, der auf magische Weise allen Anforderungen entspricht, soll offensichtlich bei den Komponisten dem Fehlen einer klaren Konzeption ihres Projektes abhelfen: sie zählen auf die Einmaligkeit der Quelle, um die Kohärenz des Ergebnisses zu garantieren."

"Das Wesentliche bleibt in jedem Fall der Endklang, und im Prozess seiner Schöpfung die mechanischen Etappen und die elektronischen Etappen auszumachen, ist allenfalls von anekdotischem Interesse und sagt voer allem nichts über die musikalische und technische Bewertung des Ergebnisses.
Formulieren wir unsere Idee anders: so wie der Film eine durch Maschinen ermöglichte Kunst ist, und keine mechanische Kunst, so ist die Musik fixierter Klänge (ich füge abermals hinzu: alle elektronische Musik) keine Musik von Maschinen, sondern eine Musik, die durch Maschinen ermöglicht wird."

Letztere Hinzufügung meinerseits verletzt natürlich die grundlegende Idee des Buches, bietet sich jedoch als großzügige Erweiterung an, um einem generellen Verständnis durch diese wunderbare Analogie auf die Beine zu helfen.

Alle Zitate aus: Michel Chion "Die Kunst der fixierten Klänge – oder die Musique Concrètement" übersetzt von Ronald Vouillé, Merve Verlag Berlin

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