Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

3. Oktober 2018

einstimmen mehrstimmen

auer & liberda
einstimmen mehrstimmen
konzert

bruno liberda spielt mit der zeit, günther auer spielt mit dem raum. liberda wandert mit der blippoo-box durch die landschaft, die auer mit seinem instrumentarium um und durch das publikum spannt.
zeitklang / raumklang werden zum sound zweier stimmen eines musikexperiments über bewegung und entfernung, verflüchtigung, vor- und nachklang.

aktion reaktion feedback reaktion zuhörerinnen. alle.



29. März 2013

IN SICH(T)


Die Kirche hallt! Schubert‘s Wandererfantasie würde sich an den gefliesten Wänden der Luegerkirche selbst überholen. Dieser eigentlich unmögliche Klangraum reizt und inspiriert.

Bruno Liberda macht die Kirche inmitten des Zentralfriedhofs in Wien zum großen Klangwerkzeug: Alle – Spieler und Bespielte sitzen quasi im Bauch des Instruments:

„IN SICH(T)“

Der Schlagwerker spielt Säulen, Kirchenbänke, Marmor und Holz, die Stimme des Sprechers prallt gegen die Jugendstilornamente, Gitarren- und Bassklarinettentöne vereinen sich in der Kuppel und strahlen regenschirmförmig über die Zuhörerinnen.


20. April 2013, 16.00 - 18.00 Uhr Luegerkirche, Zentralfriedhof Wien. Eintritt: 15 / 5 Euro 
URAUFFÜHRUNG

Die Kirche knallt, flüstert, schreit und singt.



11. Dezember 2012

Sprach-Raum-Klang-Spiel

Vorfreude auf April 2013:
"in sich(t)"
eine Performance / Installation in der Luegerkirche am Zentralfriedhof























Den ursprünglichen Plan, dort mein neues Stück "die verbleibende zeit" für orgel(n) plus ... aus der Taufe zu heben, habe ich nach einem Messbesuch im August schnell wieder verworfen: Eine unterdimensionierte Orgel, ein Kuppelgewölbe, das fast den ganzen Raum überdacht und glatter Stein, der die gerichteten Reflexionen gleich wieder nur einfach reflektiert, aber mit einer Hallfahne im gefühlten Minutenbereich – schlechtere akustische Voraussetzungen gibt es kaum. Während der Predigt aber, die auf Grund der beschriebenen Raumakustik verbal nicht verständlich, jedoch durch die einander überlappenden Silben und im Raum herumschwebenden Satzfetzen bei mir ein eigenes Meditations- und Zuhörmuster ausgelöst haben, bewegten sich plötzlich kontrapunktisch zu des Monsignore Stimme meine eigenen fiktiven Sprecher und Sprecherinnen, die ein einziges Motiv hatten.

Dazu kommt der Traum, dass die Kirche selbst mittels zweier Schlagwerker zum klingenden Instrument wird, quasi ein Riesenflügel, in dessen eindeutig gefärbten Korpus hineingesprochen und auf dem gleichzeitig gespielt wird!



29. März 2012

"Wahrheiten ereignen sich von selbst"

Aufgefordert, einen Artikel über Wolf Vostell's Musik zu schreiben, muss ich erst einmal meine völlige Unkenntnis darüber eingestehen. Genau das ist der Punkt, entgegnet mein Gegenüber, niemand oder fast niemand kennt sie … und drückt mir 2 CD's in die Hand. Meine Voreingenommenheit und Arroganz des Spätgeborenen gegenüber Fluxus und Konsorten schmilzt wie Schnee in der Sommersonne, als ich wenig später "LE CRI" lausche, Fluxus-Concert vom 31/10/90, gegeben zu Berlin! Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin ein großer Bewunderer von Nam Jun Paik und seiner musikalischen Geniestreiche … "action with violin on a string" bis hin zum "Solo for Violin", wo die hocherhobene Monstranz der Klassik... aber sehen Sie selbst. Ein Muss für jeden reflektierenden, "klassisch" ausgebildeten Komponisten. Aber eben. Die Gestik, die Inszenierung, die dramatischen (oder gar nicht so..) Wendungen, das Theater, der Hohlspiegel (wie immer das jetzt verstanden wird), all das steht hier im Vordergrund. Musik wird aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet, aber eben nur.











Und plötzlich sind da Klänge, die einen Hinhorchsog provozieren, ist da ungemein konzentrierte, bis auf die Knochen entkleidete, enorm spannende Musik.
Die Aus-Einandersetzung (im Hinblick auf Vostell, dem "Décollagisten", ein wohl mehr als passender Ausdruck – mehr davon ein andermal) hat erst begonnen … 

14. März 2012

Obi-Gong

Impressionen aus dem ELEKTRO GÖNNER vom 4. März


Photos: Sophie Kim


























… und so klingt er, im kräftigenden Granular- und Spektralbad live in seiner Strahlkraft gestärkt …

 Obi-Gong 1:20 (Intro "Buddha cannot sit quietly anymore") by Bruno Liberda 



23. Februar 2012

Buddha cannot sit quietly anymore (1)

für Stimme, Obi-Gong und live electronics

Uraufführung am 4. März im Elektro Gönner ab 21h, Mariahilferstrasse 101 / 1060 Wien.
Für mich eine Novität, da ich in diesem Stück zum ersten Mal eine genaue Auswahl meiner analogen Elektro-Module mit der digitalen Domaine vermenge und die Kommunikation zwischen diesen beiden Welten noch durch Stimme und Obi-Gong angereichert werden wird.

Warum?

Resonanzphänomene, Selbstoszillation, übersteuerte Filter, die uns je nachdem in Abgründe oder in den Siebten Klanghimmel schleudern, sind im digitalen Bereich schwer bis gar nicht herstellbar. Andrerseits hält der Computer das Cockpit zur (intuitiven) Kontrolle für so einen Überschallflug bereit. Also ein ideales Match: Es gibt keine Klang erzeugenden Quellen im analogen Bereich, sondern nur eine raunende Spekulation, was passiert, wenn gewisse Feedbackschleifen über verschlungene Wege kurzgeschlossen und von genau gezirkelten Steuerspannungen aus dem Computer domptiert werden sollen.


Aus der in den letzten Tagen rapide gealterten Schaltskizze geht hervor, dass sich das meiste um ein Resonanzfilter dreht, dessen Eingang von einem AnalogDelay gefüttert wird, selbiges aber erst einmal Material zum delayen benötigt und daher vom Eingang des eben vorhin erwähnten Resonanzfilters  gespeist wird. Damit der Reigen sich nicht so einfach kurzschließt, wird ins Feedback des Delays noch das selbsteigene Signal gesteckt, nachdem es zwischendurch in einem anderen Modul durch Schärfung seiner Kanten, Verlust von ein paar Bits und schwankende Samplingraten einiges mitgemacht hat. Das wiederum hat interessante Auswirkungen auf den Eingang des Resonanzfilters und so setzt sich ein Reigen in Gang, dessen Tanz zu immer neuen Schwingungen führt, dessen Farbbänder mehr oder weniger meinen Zügeln gehorchen.

Buddha sitzt auf einem Pulverfass …

Ausschnitt aus der Partitur




15. Februar 2012

Das ideale Instrument?

Derweil sich Michel Chion in seinem Buch "Die Kunst fixierter Klänge – oder die Musique Concrètement" auf genau diese fixiert, möchte ich ein paar seiner grundlegenden Aussagen um einen Dreh erweitern, um die Hinweise im letzten Posting noch besser zu beleuchten:
"… dass die Technik der Musique concrète (ich füge hinzu: der gesamten elektronischen Musik) nicht ihre Technologie ist. Anders gesagt, eine Reihe von selbst offenen und ständig verbesserten Apparaten genügt nicht, um eine Technik zu definieren, so wie die Technik eines Malers sich nicht auf den Katalog der von ihm verwendeten Pinsel, Pigmente und Trägermedien reduzieren lässt, sondern einer bestimmten, ihm eigenen Art und Weise, sie zu verwenden … , entspricht."












"… dass die Wahl der … zu verwendenden Apparate nicht mit akademischen Kriterien zusammenhängt und dass es keine idealen Apparate an sich gibt.  …  Dieses Trugbild eines einzigen Apparates, der auf magische Weise allen Anforderungen entspricht, soll offensichtlich bei den Komponisten dem Fehlen einer klaren Konzeption ihres Projektes abhelfen: sie zählen auf die Einmaligkeit der Quelle, um die Kohärenz des Ergebnisses zu garantieren."

"Das Wesentliche bleibt in jedem Fall der Endklang, und im Prozess seiner Schöpfung die mechanischen Etappen und die elektronischen Etappen auszumachen, ist allenfalls von anekdotischem Interesse und sagt voer allem nichts über die musikalische und technische Bewertung des Ergebnisses.
Formulieren wir unsere Idee anders: so wie der Film eine durch Maschinen ermöglichte Kunst ist, und keine mechanische Kunst, so ist die Musik fixierter Klänge (ich füge abermals hinzu: alle elektronische Musik) keine Musik von Maschinen, sondern eine Musik, die durch Maschinen ermöglicht wird."

Letztere Hinzufügung meinerseits verletzt natürlich die grundlegende Idee des Buches, bietet sich jedoch als großzügige Erweiterung an, um einem generellen Verständnis durch diese wunderbare Analogie auf die Beine zu helfen.

Alle Zitate aus: Michel Chion "Die Kunst der fixierten Klänge – oder die Musique Concrètement" übersetzt von Ronald Vouillé, Merve Verlag Berlin

8. Februar 2012

Instrumentenbau – anders

Eigentlich wollte ich nur auf eine Szenerie von Leuten aufmerksam machen, die sich sogar noch abseits der raren Spezialisten im Synthesizerbau, oft auch nur EinMann/Frau-Firmen, einem besonderen Thema widmen: Aus "Wegzuwerfendem" oder "Nicht-Mehr-Brauchbarem" in einer sehr eigenwilligen Ästhetik schöne Instrumente zu bauen, meist Unikate, die dann auch spezielle Musik hervorbringen.

Was da unter dem Stichwort "Gesamtkunstwerk" passiert, hat eine lange Tradition im Instrumentenbau, die bei Harry Partch im vorigen Jahrhundert sicherlich einen Höhepunkt erreicht: Aus der Notwendigkeit heraus, ein neues Tonsystem zu realisieren, baut Harry Partch zuerst die bekannten traditionellen Instrumente um. Je weiter er aber im Neuland vorankommt, desto genauere Anforderungen stellt er an sein neues Instrumentarium und entwirft auch die äussere Form und die Namen seiner Instrumente ganz genau, weil er ein Gesamterscheinungsbild aus Hören und Sehen kreieren will.
Quadrangularus Reversum    Foto von Seth Tisue



















Hier kann man die Instrumente sogar selbst am Computer ausprobieren!

Der Bau von Musikinstrumenten ist eine der anspruchvollsten, ausgeklügelsten, differenziertesten Technologien, die wir Menschen überhaupt entwickelt haben. Oft unpassende Kombination von Materialien (Holz, Metallsaiten etc.) ergeben Instrumente, die  in ihren einzelnen Bestandteilen hochentwickelte Komponenten einer komplexen Struktur waren. Instrumentenbau war immer am Limit der jeweils möglichen Technologie und wurde immer im Zusammenhang mit der oder vielmehr für die Erschließung von neuen Tonsystemen, Klangfarben und Spielweisen vorangetrieben.


Welch unsicherer und vom analytischen Wissen kaum begreifbarer Boden dabei oft betreten werden muss, möge dieses Zitat aus Abraham Moles Buch “Informationstheorie und ästhetische Wahrnehmung” (1958) illustrieren:


“Es gibt ein bedeutendes Lehrgebäude zu den Strukturen der musikalischen Nachricht; dies ist die ‘Musiktheorie’, genauer, die Gesamtheit der Sachgebiete, die unter dem Namen Notenlehre, Harmonik, Kontrapunktik, etc. bekannt sind. Es handelt sich hier um eines der wichtigsten Lehrgebäude der Ästhetik überhaupt … Jeder der gewiß zahlreichen Versuche, in diesem Bereich einen wissenschaftlichen Standpunkt einzunehmen, ist bisher gründlich fehlgeschlagen. Das umfangreiche Gebäude scheint auf Sand gebaut,... die dogmatische Grundlagen der Musiktheorie sind im psychologischen Experiment nicht bestätigt worden … Die eigentliche Musikentwicklung scheint sich in Form einer methodischen Verletzung früher anerkannter Regeln zu vollziehen.
Nun bietet sich eine Hypothese an: exotische, primitive, moderne und experimentelle Musik haben nacheinander die klassischen Gesetze ‘mißachtet’, ohne deshalb den WERT der Musik zu zerstören; diese Gesetze waren also nicht die wahren strukturellen Gesetze, ihre Prinzipien nicht die wahren Grundlagen einer Kunst der Zeitmodulation. Es muß andere, geheimere, fundamentalere und auch allgemeinere Gesetze für die ‘Zeitkünste’ geben.”

10. Januar 2012

Klangwerkstatt, forts.

"… data, its generation, its acquisition, its transformation …" lese ich heute Früh im Vorwort des neuen Buches über Computermusik von Jeffrey Stolet "… um daraus eine musikalische Reise werden zu lassen …" Das scheint mir die perfekte nüchtern-poetische Zusammenfassung all der Bilder und Worte aus meinem vorhergehenden Posting.

Ein glücklich zugeflogener Augen-Blick, sein Festmachen und Weiterspinnen.

Generieren oder Aquirieren verschwimmen und werden irisierend zum Synonym.

Transformieren: der immer wieder in verschiedene Richtungen losgeschickte Augen-Blick.

Während des Transformationsprozesses werden wie durch einen inneren, geheimnisvollen Magneten immer wieder neue Partikel aus dem noch unbekannten Universum des neuen Stückes in den Strudel der Verarbeitung geschleudert, die langsam ein vollendet marmoriertes (Klang-)Bild ergeben.

Durch das "ins Licht halten" einzelner Datensätze erkenne ich langsam am Schimmern, Glitzern und Leuchten, wer zu wem passen könnte, welche Charakterisik unterstrichen werden will, welche verborgen  bleiben soll, akribische Beurteilung, Zensur, Resonanz, aufbauschen, beschwichtigen … eine neue musikalische Reise hat begonnen.

Jeffrey hat eine wunderbare interaktive Seite für Grundbegriffe der elektronischen Musik.

8. Januar 2012

Klangwerkstatt

meine Werkzeuge zum Komponieren reichen vom Bleistift (kein Foto:-) über verschiedene Hilfsmittel (pseudo)instrumentaler Art als Zulieferer





































… bis hin zu spezieller Computersoftware und einem eigens für Musik gebauten Computer 


Um 1950 unterscheiden wir genau zwischen mit Mikrofonen aufgenommenen, vorher mechanisch erzeugten Klängen ("musique concrète" / Paris), die dann hauptsächlich mit Schnitt und Geschwindigkeitsmanipulation zu "Tape-music"weiterverarbeitet werden und rein elektronisch aus Oszillatoren u.a. hergestellten ("elektronischen Musik" / Köln), in Konsequenz der seriellen Musik genau berechneten Klängen. Es herrscht auch ein philosophischer Dissenz, da die einen überzeugt sind, dass uns die Natur überreich mit den komplexesten Spektren beschenkt, die mittels Technologie nie erreicht werden könnten, die anderen hingegen endlich froh sind, sich mittels Umkehrung der Fourier-Analyse (Zerlegung jedes Klanges in Sinustöne ≠ Synthese jedes beliebigen Klanges aus Sinustönen) eben von der "Natur" befreien zu können.
Natürlich haben beide Methoden Vorteile, sind inzwischen (nicht nur) im Computer zusammengewachsen und vor allem unglaublich verfeinert worden. Neue Mikrofon- und Aufnahmetechniken erlauben uns, Spektren von Schallereignissen minutiös einzufangen und darzustellen. Neueste Computerprogramme ermöglichen dann, diese Matrizen als Ausgangsmaterial zu raffiniertem Komponieren zu verwenden.



12. Dezember 2011

Tonsalon vom 7. Dezember 2011



Musik von Bruno Liberda, hauptsächlich ein Werk – durch wiederholtes „Lesen“  (Hören Schauen Erfahren Nachfragen = Innehalten) wird Zeit aus allen Dimensionen akkumuliert: viele Episoden einzelner Wahrnehmungen fügen sich zum Sternhaufen der Jetzt-Pluralität. Ein neues Musikstück betritt konsequent unser Bewusstsein.

Einleitung   Die Schläfer                                        2002, fixed Media, 5’14

Hauptteil     Self portrait without self   2011, Zither, Stimme, live Elektronik, ca. 13’

                       der Komponist spricht … und spielt … die Gäste fragen (vielleicht)

Coda             ein Ausklingen in den Köpfen: alle sprechen mit allen!



30. November 2011

UBV's

für die Ausstellung "un&sichtbar" - wien modern 2002, entstand die Serie der UBV's 
(Unbekannte besondere Vorkommnisse)





  





aus dem Katalog:


vom Schauen zum Klingen

AUF/BRUCH; "Man hört nicht auf die tausend Geräusche der Natur um sich herum, man lauscht zuwenig auf die so vielfältige Musik, die uns die Natur überreich anbietet.“ Claude Debussy hebt somit (1909) auch alle anderen musikalischen Parameter in den Rang der in den letzten 300 Jahren fast alleine vorrangigen Tonhöhe. Dieses Verschieben von Prioritäten bedeutet nicht nur neue Provokationen der Schrift. Das tonhöhen-orientierte Denken und die damit verbundenen Instrumente und Formen verlieren wieder an Bedeutung; alles gerät ins Rutschen: Von der Konzeption (die abermalige Wandlung des Begriffes ‚Orchester‘) bis zur Aufführungspraxis (nehmen Sie doch das hier angebotene „Musiktheater“ in Ihre eigene Sphäre mit).

Pictophonics
Blickend Hören; Standfoto eines Klangfilms, durch aktive An-Schauung wieder in Bewegung gesetzt, sich – zigzagando! – zu einer Reihe von Lese- und Hörarten entfaltend. Sei es, dass der Klang den willkürlich über das Bild schweifenden Blick zügelt, sei es, dass geordnetes Schauen Unklarheiten im Klang strukturiert oder immer neue Mischungen aus beidem ein „Sound-Image“ im Kopf entstehen lassen. Das TonBild als Vermittler zur klingenden Tatsächlichkeit. Zauberhafte Instrumente (vom herabfallenden Laub bis zum herabfallenden Bösendorfer …) werden durch Energiekörperchen – die mehrdimensional tänzelnd, mit- und gegeneinanderschwimmend neue Tonkontexte herstellen – zum Schwingen angeregt.

Durch wiederholtes „Lesen(= Innehalten) wird Zeit aus allen Dimensionen akkumuliert (nicht verloren – was immer das heißt): viele Episoden werden zum Sternhaufen der Jetzt-Pluralität. Natur wird überblendet von Fiktion, die den Status von Wirklichkeit annimmt: Virtualität erhebt in der Musik immer Anspruch auf Realität.

Unfinished im Zirkel der Töne 
Musik ist die Verkörperlichung der in den Klängen selbst gelegenen Intelligenz (Hoëné Wronsky, Mitte 19. Jhdt.): Anstoß zum alchemistischen Prozess einer Ideen-Metamorphose, die die Komplexheit von Klang aus einem materiellen Gestus (einem Zeichen – einer Bewegung) in ephemere Schwingungen verwandelt. 


Träumendes Denken vs. Klingen; „AUF-ZEICHNUNG“ als „VOR-BILD“ der Interpretation und als ihr Nebelhorn bei den daraus resultierenden Interferenzen in Raum und Zeit. Die digitalen Apparate des 3. Milleniums erlauben den KomponistInnen zu umfassenden Interpreten zu werden und so den Kreis selbst zu schliessen. Kombiniert mit der in Jahrhunderten gewonnenen Virtuosität an mechanischen Instrumenten bieten sie den im von Debussy aufgerissenen Universum Reisenden das benötigte Werkzeug an und bescheren uns frei gestaltbare Mittel, neue Objekte unseres Ausdruckswillens zu schaffen!

Wie immer auf der Suche  …  im FORT/SCHRITT (The Unknown);                        Ihr.

23. November 2011

self portrait without self

line-up: Zither, voice, live-electronics

… Spiel mit gefrorenen Spektren …. Stimme und Zither werden live in Kyma weitergeformt, wo bestimmte Algorithmen das "stop and go" des Spektrums lenken … in unregelmäßigen Zeitintervallen schlüpft die Musik in gerade analysierte und festgehaltene Situationen ihres eigenen Spektrums und spiegelt sich in diesen fixierten Obertönen. Verschiedenste Farbbetonungen im Klang sind das Resultat … abhängig davon, ob eine scharfklingende, hohe Note oder meine tief grummelnde Stimme eingefangen wurde …


Bruno Liberda _ Uraufführung von "self portrait without self", Porto / Sept. 2011