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10. Dezember 2019

eine besondere konstellation

weisses rauschen versus sinuston.
es gibt in der musik keinen größeren gegensatz.
wer sich in einer theoretischen abhandlung wähnt, wird sich bald im reichen klangmyzel wiederfinden,
das in dieser gegenüberstellung wuchert.

klaus filip        spielt reine sinustöne
bruno liberda   tastet an der oberfläche weissen rauschens
















donnerstag, 12. dezember, 19h30
salon reichmayr
linke wienzeile 36/5a, 1060 wien

21. Oktober 2019

Schrei nach Stille #2

Nach einer sehr aufschlussreichen, spannenden und leer(!)reichen Probenzeit, bei der die Mitglieder des Platypusensemble von so unglaublicher Eleganz in ihrer Konzentration waren, dass ich mich entschlossen habe, die Elektronik ganz zu streichen und den wunderbaren SolistInnen ganz das Wort zu überlassen.







  




Wir glauben, uns mit immer zugespitzteren und schärfer polemisierenden Mitteln Gehör verschaffen zu können. Oder zumindest die Konsumwelt, Politik, aber auch weite Teile der Kunstgemeinde glauben das. Ein unglaublicher Schwall „Weissen  Rauschens“ sich selbst in die bedeutungslose, täglich mehr verwelkenden Propaganda katapultierend. 

















Der immer manifester werdenden Beschädigung des Zu-Hörens setzt der „Schrei nach Stille“ einen radikalen Standpunkt entgegen: extreme Reduktion der Mittel Innehalten, Stille, Reflexion, Warten und Nachhören … mehr hören.




















Schrei nach Stille ist wie ein Pilzmyzel, wie eine Struktur aus unzähligen, stetig wachsenden und wieder zerstört werdenden Pilzfäden die auf feinste Berührung reagiert. die Partitur ist eher ein bizzares Tier, das sich unter den Fingern der Musikerinnen dreht und windet, als ein präzis kontrollierbarer Mechanismus einer herkömmlich geschriebenen Partitur, was immer „herkömmlich“ in unserem Kontext heissen mag.
 
















Edgar Varèse forderte schon 1916 im New Yorker Morning Telegraph die Emanzipation des Geräusches nicht als Herabsetzung der Musik zu verstehen, sondern als Sehnsucht, „unser musikalisches Alphabet zu erweitern“. Das Geräusch emanzipierte sich und wurde neben dem Klang, dem Ton und der Stille zu einem gleichberechtigten Kompositionsmaterial.


Nachdem Edgar Varèse vor fast hundert Jahren das Geräusch in den musikalischen Kanon eingeführt hat, als Sehnsucht, unser musikalisches Alphabet zu erweitern, ist hundert Jahre später, nach einer rasanten Entwicklung der elektronischen Musik, die uns im 3. Jahrtausend die komplette Rezeptur der Alchemie in der Musik zur verführerischen Verfügung stellt, die Dringlichkeit, vor allem Stille als gleichberechtigtes Kompositionsmittel einzusetzen, „unüberhörbar“.






 
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7. März 2019

the first gig

ein weiteres zusammentreffen von bruno liberda & radu malfatti










THE FIRST GIG

Salon Reichmayr
Linke Wienzeile 36/5a
1060 Wien

16. März, 19h30

12. Oktober 2018

einstimmen mehrstimmen #2

kein fussballfeld, sondern die erste lautsprecher raumskizze für montag. eine erinnerung.

auer & liberda
einstimmen mehrstimmen
konzert

einer produziert klang, der andere nimmt ihn und ordnet die wellen in raum und zeit neu, der eine reagiert, der andere reagiert. die signifikanz des EINEN und des ANDEREN. alles im jetzt.
ein experiment über bewegung und entfernung, verflüchtigung, vor- und nachklang.







3. Oktober 2018

einstimmen mehrstimmen

auer & liberda
einstimmen mehrstimmen
konzert

bruno liberda spielt mit der zeit, günther auer spielt mit dem raum. liberda wandert mit der blippoo-box durch die landschaft, die auer mit seinem instrumentarium um und durch das publikum spannt.
zeitklang / raumklang werden zum sound zweier stimmen eines musikexperiments über bewegung und entfernung, verflüchtigung, vor- und nachklang.

aktion reaktion feedback reaktion zuhörerinnen. alle.



14. September 2018

orpheus sollte sich umbringen, tut es aber nicht oder: sehnsucht nach euridike

nachdem ich meiner tochter die geschichte von orpheus und euridike erzählt hatte, meinte sie nur lakonisch: warum bringt er sich nicht um? dann könnte er doch zurück zu ihr in die unterwelt …

am 19.09.
KLUB MOOZAK
Brunnengasse 76, Wien

ca. 22h

 eines der instrumente, die ich spielen werde














die schaltskizze dazu











25. Mai 2016

Tonsalon #3

TONSALON #3

eine Gemeinschaftsproduktion von Wiener Klangwerkstatt und Engelsharfen & Teufelsgeigen, diesmal als Gäste im Kunstraum Sellemond am Samstag, den 4. Juni, um 19 Uhr.



 














Klingt als ob es Wurst wäre

"Den Titel der laufenden Ausstellung ZZZ verwandeln wir mittels Fleisch, Darm, Wurstspritze, Pfanne, Hitze, Mikrofon, Computer und weiterer Hilfsuntensilien in ein zischendes, riechendes, schmeckendes Gesamtkunstwerk. Die bei der Wurstherstellung und -zubereitung entstehenden Geräusche dienen als Grundzutaten für eine Tonsalon-Lecture, aus der in Folge Musik und ein Abendessen entstehen."

live Verwurstung: Martin Peck
live Interpretation und Komposition: Bruno Liberda


Begleitend zur anschließenden Einverleibung kredenzt das DJ-Kollektiv
Engelsharfen & Teufelsgeigen musikalische Gustostückchen aus entrückten Klangwelten.

u.A.w.g. (Angela Stief: angela.stief@gmx.net, 0699 1108 1237)
Aufgrund beschränkter Platzanzahl können nur Gäste mit Rückantwort zugelassen werden.


Ein Projekt im Rahmen der Ausstellung:

ZZZ - Dejan Dukic, Angelika Loderer, Anneliese Schrenk, Siegfried Zaworka

Kuratiert von Angela Stief

Kunstraum Sellemond, Puchsbaumgasse 1C | Lift 5.2, Stock 4, Top 6.5 | A-1100 Wien (Ankerbrotfabrik gegenüber Expedithalle)

20. April 2016

27. April 2014

Eine Veränderung


Die intime Atmosphäre der Alten Schmiede in Wien suggeriert diese andere Art der Performance: Nicht das übliche Abspielen oder Improvisieren eines Stückes, sondern die veritable Neukreation … vor und mit Publikum!

Mit den von einzelnen (allen) ZuschauerInnen improvisierten Klängen aus dem Besen-Schere-Klavier-Papier-Draht-Glocken-Zellophan-Porzellan und Sonstiges Instrument, werden im Laufe der Performance Motive destilliert, die sich in 31 Veränderungen überlagern …  

Alle Anwesenden sind Zeugen beim Werden eines Stückes. 
Grenzen aufheben … 
zwischen Entstehen und fertigem Werk, Komponist und Publikum, zeigen und tun.

Komponieren schauen – Fortschritt hören!


24. April 2014

31 Veränderungen eines vom p.t. publico vorgegebenen Motivs

Wo:       Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien
Wann:  30. April, 19h
Was:
es spielen
Bruno Liberda: Maschinist
Gustav Scholda: Assistent

29. März 2013

IN SICH(T)


Die Kirche hallt! Schubert‘s Wandererfantasie würde sich an den gefliesten Wänden der Luegerkirche selbst überholen. Dieser eigentlich unmögliche Klangraum reizt und inspiriert.

Bruno Liberda macht die Kirche inmitten des Zentralfriedhofs in Wien zum großen Klangwerkzeug: Alle – Spieler und Bespielte sitzen quasi im Bauch des Instruments:

„IN SICH(T)“

Der Schlagwerker spielt Säulen, Kirchenbänke, Marmor und Holz, die Stimme des Sprechers prallt gegen die Jugendstilornamente, Gitarren- und Bassklarinettentöne vereinen sich in der Kuppel und strahlen regenschirmförmig über die Zuhörerinnen.


20. April 2013, 16.00 - 18.00 Uhr Luegerkirche, Zentralfriedhof Wien. Eintritt: 15 / 5 Euro 
URAUFFÜHRUNG

Die Kirche knallt, flüstert, schreit und singt.



9. Februar 2013

Die Beteiligten

"IN SICH(T)" besteht aus zwei Partituren, einer für Stimme(n), einer für.... "perkussive Klänge, die Aquarell sein wollen"; d.h., es gibt eine große Variationsbreite von Orchestrierung, abhängig von der Handhabung des jeweiligen Instruments, ob es sich dem Untertitel fügen mag.

Die Besetzung für die Uraufführung am 20. April 2013:

Wort-/Silben-/Buchstabentöne, Sprecher: Nikolaus Kinsky


Schwingende, fauchende, singende Luft, Bassklarinette: Petra Stump

Stromgeschüttelte Membranen in der ganzen Kirche, Tontechnik: Christina Bauer

Kirchenbänke, - boden, etc, Schlagwerk: Igor Gross

Gitarre(n), gezupfte, geschlagene, geblasene etc. Saiten: Burkhard Stangl

Metaphon: Bruno Liberda



















29. Februar 2012

Buddha's Helfer

das Setup für Sonntag formiert sich ...


23. Februar 2012

Buddha cannot sit quietly anymore (1)

für Stimme, Obi-Gong und live electronics

Uraufführung am 4. März im Elektro Gönner ab 21h, Mariahilferstrasse 101 / 1060 Wien.
Für mich eine Novität, da ich in diesem Stück zum ersten Mal eine genaue Auswahl meiner analogen Elektro-Module mit der digitalen Domaine vermenge und die Kommunikation zwischen diesen beiden Welten noch durch Stimme und Obi-Gong angereichert werden wird.

Warum?

Resonanzphänomene, Selbstoszillation, übersteuerte Filter, die uns je nachdem in Abgründe oder in den Siebten Klanghimmel schleudern, sind im digitalen Bereich schwer bis gar nicht herstellbar. Andrerseits hält der Computer das Cockpit zur (intuitiven) Kontrolle für so einen Überschallflug bereit. Also ein ideales Match: Es gibt keine Klang erzeugenden Quellen im analogen Bereich, sondern nur eine raunende Spekulation, was passiert, wenn gewisse Feedbackschleifen über verschlungene Wege kurzgeschlossen und von genau gezirkelten Steuerspannungen aus dem Computer domptiert werden sollen.


Aus der in den letzten Tagen rapide gealterten Schaltskizze geht hervor, dass sich das meiste um ein Resonanzfilter dreht, dessen Eingang von einem AnalogDelay gefüttert wird, selbiges aber erst einmal Material zum delayen benötigt und daher vom Eingang des eben vorhin erwähnten Resonanzfilters  gespeist wird. Damit der Reigen sich nicht so einfach kurzschließt, wird ins Feedback des Delays noch das selbsteigene Signal gesteckt, nachdem es zwischendurch in einem anderen Modul durch Schärfung seiner Kanten, Verlust von ein paar Bits und schwankende Samplingraten einiges mitgemacht hat. Das wiederum hat interessante Auswirkungen auf den Eingang des Resonanzfilters und so setzt sich ein Reigen in Gang, dessen Tanz zu immer neuen Schwingungen führt, dessen Farbbänder mehr oder weniger meinen Zügeln gehorchen.

Buddha sitzt auf einem Pulverfass …

Ausschnitt aus der Partitur




15. Februar 2012

Das ideale Instrument?

Derweil sich Michel Chion in seinem Buch "Die Kunst fixierter Klänge – oder die Musique Concrètement" auf genau diese fixiert, möchte ich ein paar seiner grundlegenden Aussagen um einen Dreh erweitern, um die Hinweise im letzten Posting noch besser zu beleuchten:
"… dass die Technik der Musique concrète (ich füge hinzu: der gesamten elektronischen Musik) nicht ihre Technologie ist. Anders gesagt, eine Reihe von selbst offenen und ständig verbesserten Apparaten genügt nicht, um eine Technik zu definieren, so wie die Technik eines Malers sich nicht auf den Katalog der von ihm verwendeten Pinsel, Pigmente und Trägermedien reduzieren lässt, sondern einer bestimmten, ihm eigenen Art und Weise, sie zu verwenden … , entspricht."












"… dass die Wahl der … zu verwendenden Apparate nicht mit akademischen Kriterien zusammenhängt und dass es keine idealen Apparate an sich gibt.  …  Dieses Trugbild eines einzigen Apparates, der auf magische Weise allen Anforderungen entspricht, soll offensichtlich bei den Komponisten dem Fehlen einer klaren Konzeption ihres Projektes abhelfen: sie zählen auf die Einmaligkeit der Quelle, um die Kohärenz des Ergebnisses zu garantieren."

"Das Wesentliche bleibt in jedem Fall der Endklang, und im Prozess seiner Schöpfung die mechanischen Etappen und die elektronischen Etappen auszumachen, ist allenfalls von anekdotischem Interesse und sagt voer allem nichts über die musikalische und technische Bewertung des Ergebnisses.
Formulieren wir unsere Idee anders: so wie der Film eine durch Maschinen ermöglichte Kunst ist, und keine mechanische Kunst, so ist die Musik fixierter Klänge (ich füge abermals hinzu: alle elektronische Musik) keine Musik von Maschinen, sondern eine Musik, die durch Maschinen ermöglicht wird."

Letztere Hinzufügung meinerseits verletzt natürlich die grundlegende Idee des Buches, bietet sich jedoch als großzügige Erweiterung an, um einem generellen Verständnis durch diese wunderbare Analogie auf die Beine zu helfen.

Alle Zitate aus: Michel Chion "Die Kunst der fixierten Klänge – oder die Musique Concrètement" übersetzt von Ronald Vouillé, Merve Verlag Berlin

8. Februar 2012

Instrumentenbau – anders

Eigentlich wollte ich nur auf eine Szenerie von Leuten aufmerksam machen, die sich sogar noch abseits der raren Spezialisten im Synthesizerbau, oft auch nur EinMann/Frau-Firmen, einem besonderen Thema widmen: Aus "Wegzuwerfendem" oder "Nicht-Mehr-Brauchbarem" in einer sehr eigenwilligen Ästhetik schöne Instrumente zu bauen, meist Unikate, die dann auch spezielle Musik hervorbringen.

Was da unter dem Stichwort "Gesamtkunstwerk" passiert, hat eine lange Tradition im Instrumentenbau, die bei Harry Partch im vorigen Jahrhundert sicherlich einen Höhepunkt erreicht: Aus der Notwendigkeit heraus, ein neues Tonsystem zu realisieren, baut Harry Partch zuerst die bekannten traditionellen Instrumente um. Je weiter er aber im Neuland vorankommt, desto genauere Anforderungen stellt er an sein neues Instrumentarium und entwirft auch die äussere Form und die Namen seiner Instrumente ganz genau, weil er ein Gesamterscheinungsbild aus Hören und Sehen kreieren will.
Quadrangularus Reversum    Foto von Seth Tisue



















Hier kann man die Instrumente sogar selbst am Computer ausprobieren!

Der Bau von Musikinstrumenten ist eine der anspruchvollsten, ausgeklügelsten, differenziertesten Technologien, die wir Menschen überhaupt entwickelt haben. Oft unpassende Kombination von Materialien (Holz, Metallsaiten etc.) ergeben Instrumente, die  in ihren einzelnen Bestandteilen hochentwickelte Komponenten einer komplexen Struktur waren. Instrumentenbau war immer am Limit der jeweils möglichen Technologie und wurde immer im Zusammenhang mit der oder vielmehr für die Erschließung von neuen Tonsystemen, Klangfarben und Spielweisen vorangetrieben.


Welch unsicherer und vom analytischen Wissen kaum begreifbarer Boden dabei oft betreten werden muss, möge dieses Zitat aus Abraham Moles Buch “Informationstheorie und ästhetische Wahrnehmung” (1958) illustrieren:


“Es gibt ein bedeutendes Lehrgebäude zu den Strukturen der musikalischen Nachricht; dies ist die ‘Musiktheorie’, genauer, die Gesamtheit der Sachgebiete, die unter dem Namen Notenlehre, Harmonik, Kontrapunktik, etc. bekannt sind. Es handelt sich hier um eines der wichtigsten Lehrgebäude der Ästhetik überhaupt … Jeder der gewiß zahlreichen Versuche, in diesem Bereich einen wissenschaftlichen Standpunkt einzunehmen, ist bisher gründlich fehlgeschlagen. Das umfangreiche Gebäude scheint auf Sand gebaut,... die dogmatische Grundlagen der Musiktheorie sind im psychologischen Experiment nicht bestätigt worden … Die eigentliche Musikentwicklung scheint sich in Form einer methodischen Verletzung früher anerkannter Regeln zu vollziehen.
Nun bietet sich eine Hypothese an: exotische, primitive, moderne und experimentelle Musik haben nacheinander die klassischen Gesetze ‘mißachtet’, ohne deshalb den WERT der Musik zu zerstören; diese Gesetze waren also nicht die wahren strukturellen Gesetze, ihre Prinzipien nicht die wahren Grundlagen einer Kunst der Zeitmodulation. Es muß andere, geheimere, fundamentalere und auch allgemeinere Gesetze für die ‘Zeitkünste’ geben.”